24. Sep 2025

CDU-Ratsfraktion lehnt Bebauungsplan 620 in vorliegender Form ab – CDU-Ortsverband Schinkel/Widukindland unterstützt Kritik

Die CDU-Ratsfraktion Osnabrück wird den aktuellen Entwurf des Bebauungsplans 620 (Windthorststraße/Kahle Breite) in der vorgelegten Form ablehnen. Unterstützung erhält sie dabei vom CDU-Ortsverband Schinkel/Widukindland, der die Kritikpunkte aus Sicht des Stadtteils bekräftigt. Beide machen jedoch deutlich, dass sie sich einer Bebauung an dieser Stelle nicht grundsätzlich verschließen. Entscheidend sei, dass neue Quartiere zu den bestehenden Strukturen passen und die klimatischen sowie verkehrlichen Herausforderungen ernsthaft berücksichtigt werden.

„Wir haben bereits im Jahr 2023 deutlich gemacht, dass eine Bauweise mit vier oder gar fünf Geschossen nicht zu diesem Standort passt“, erklärt Martin Sapich, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Schinkel/Widukindland. „Eine Bebauung muss sich in das bestehende Bild des Stadtteils einfügen. Statt massiver Wohnblocks fordern wir eine maßvolle Entwicklung mit Reihen- und Einfamilienhäusern sowie Doppelhaushälften – so, wie es auch dem Bedarf vieler junger Familien entspricht.“

Besondere Sorgen bereiten der CDU die klimatischen Auswirkungen. Auch das aktuelle Gutachten bestätigt, dass es zu Veränderungen im Kaltluftabfluss kommt. „Die Kaltluftschneisen sind für die angrenzenden Stadtteile von zentraler Bedeutung. Diese dürfen nicht durch eine zu dichte Bebauung eingeschränkt werden“, führt Denise Girvan, Vorstandsmitglied im Ortsverband Schinkel/Widukindland weiter aus.

Darüber hinaus sehen Ortsverband und Ratsfraktion die Verkehrsinfrastruktur in dem Gebiet an der Belastungsgrenze. Schon heute ist die Windthorststraße durch Schulen und Kitas stark frequentiert. Eine zusätzliche Bebauung mit mehreren hundert Wohneinheiten verschärfe die Situation deutlich. Kritik gibt es zudem an den Plänen für den Kleingartenverein, die aus Sicht der CDU planerisch nicht überzeugend gelöst sind.

Gleichzeitig macht die CDU deutlich, dass eine Bebauung am Stadtrand grundsätzlich sinnvoll ist. Ratsfrau Claudia Schiller betont: „Wir wollen die Schaffung von Wohnraum in Osnabrück unterstützen – gerade auch für junge Familien. Aber dies muss so geschehen, dass neue Quartiere mit Augenmaß entwickelt werden. Eine angepasste Bauhöhe, die Einhaltung der Kaltluftschneisen und eine vernünftige verkehrliche Anbindung sind dabei unverzichtbar.“

Die CDU-Ratsfraktion appelliert daher an die Verwaltung, den Bebauungsplan 620 grundlegend zu überarbeiten. „Wir brauchen ein Konzept, das den Stadtteil stärkt, klimatisch verträglich ist und den tatsächlichen Wohnbedürfnissen gerecht wird. Der vorliegende Entwurf erfüllt diese Kriterien nicht“, so Sapich abschließend.

Zur Person

Claudia Schiller

Auf dem Klushügel 30
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Telefon: (0541) 29500
claudia.schiller@cdu-osnabrueck.de

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