Die CDU-Ratsfraktion sieht darin ein weiteres Beispiel für eine Verkehrspolitik der Mehrheitsgruppe aus Grünen und SPD, die an der Realität der Verkehrsströme in Osnabrück vorbeigehe.
„Die Verwaltung bestätigt jetzt das, worauf wir von Anfang an hingewiesen haben: Dieses Projekt war schlecht vorbereitet und realitätsfern“, erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Marius Keite. „Wer eine zentrale Bundesstraße künstlich verengt, muss sich nicht wundern, wenn Staus entstehen, Verkehr in Wohngebiete ausweicht und der Wirtschaftsverkehr ausgebremst wird.“
Bereits im Juli 2025 hatte der Rat beschlossen, auf der vierspurigen Iburger Straße zwei Fahrspuren für den motorisierten Verkehr zugunsten sogenannter Umweltspuren für Busse und Radfahrer umzuwidmen. Die nun vorliegende Prüfung zeigt jedoch, dass ein solcher Eingriff erhebliche Probleme verursachen würde. Bei täglich rund 18.000 bis 20.000 Fahrzeugen wäre mit Rückstaueffekten, Verkehrsverlagerungen ins Nebenstraßennetz und Risiken für die Verkehrssicherheit zu rechnen. Zudem ist die Iburger Straße eine Bundesstraße mit regionaler Verbindungsfunktion und zugleich Autobahnbedarfsumleitung.
Für die CDU reiht sich das Scheitern der Umweltspur in eine Serie problematischer Verkehrsprojekte ein. Bereits 2022 hatte die von Grün-Rot vorangetriebene Einspurigkeit der Pagenstecher Straße für erhebliche Diskussionen und Verkehrsprobleme gesorgt und musste später wieder angepasst werden.
„Schon wieder zeigt sich: Symbolpolitik ersetzt keine funktionierende Verkehrsplanung“, sagt Keite. „Osnabrück braucht eine Verkehrspolitik, die alle Verkehrsträger sinnvoll miteinander verbindet, statt zentrale Verkehrsachsen aus ideologischen Gründen künstlich zu verengen.“
Die CDU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Verena Kämmerling sieht in der Debatte auch ein strukturelles Problem im regionalen Verkehrsnetz:
„Der Hinweis der Autobahn GmbH macht deutlich, welche Rolle die Iburger Straße als Entlastungstrasse für die A30 spielt. Eine dauerhafte Lösung kann es nur geben, wenn der Lückenschluss der A33 Nord endlich umgesetzt wird.“